Hiiumaa

Hiiumaa (3 Nächte)

Natur, Leuchttürme und morbider Charme 

Nach den turbulenten Tagen in Tallin beim Sänger- und Tanzfest wollten wir als ersten Aufenthalt während unserer Rundreise einen „eher“ ruhigen Ort besuchen. Unsere Wahl fiel mit Hiiumaa auf die zweitgrößte Insel von Estland. Und es war eine sehr gute Entscheidung. Als Inselalternative bot sich noch größte Insel Estlands „Saaremaa“ an. Diese ist jedoch deutlich touristischer geprägt. 

Insel mit hohem „Wohlfühlcharakter“

Auf der Insel „Hiiumaa“ wohnen nur wenige Menschen. Auf eine Fläche von 965 km² leben rund 11.000 Einwohnern. Mit 11 Einw./km² zählt die Insel zu den am dünnsten besiedelten Landkreisen in Estland. (Zum Vergleich: Die - allerdings auch sehr dicht besiedelte - Insel „Rügen“ ist 930 km² groß und wird von etwa 77 Einw./km² bewohnt.) 

Obwohl die Insel nur dünn besiedelt ist, besitzt Hiiumaa eine erstaunlich gute Infrastruktur. Die zentralen Straßen sind oft neu und großzügig konzipiert. Mehrere mal am Tage pendeln moderne Autofähren zum Festland. Es besteht auch zweimal am Tag eine direkte Buslinie zwischen Tallin und Hiiumaa inkl. Fährüberfahrt. 

„Sowjetischer“ Einfluss

Zu Zeiten des „kalten Krieges“ war die Insel militärisches Sperrgebiet. Sichtbar ist dies an alten Bunkern und Wachtürmen, die gelegentlich auch von der Straße sichtbar sind. Es ist auch möglich, sich entsprechende Führungen zu organisieren. Empfehlenswert für historisch und technisch Interessierte ist ein Besuch des Militärmuseum. Es liegt in der Nähe des Leuchtturms Kõpu und ist von der Straße dahin gut erreichbar. 

Für die Esten war die Abschottung nicht vom Vorteil. Die Insel durfte nur mit Sondergenehmigungen bereist werden. Dies galt auch für Besuchen von Verwandten auf der Insel. 

Als militärisches Sperrgebiet war allerdings der menschliche Einfluß auf Flora und Fauna begrenzt. Vorteil für die Natur! Hiiumaa ist eine grüne und üppig bewachsene Insel. Insbesondere Ornithologen haben ihre Freude.  

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