Jerez de la Frontera (2 Nächte)
Weniger „Touristisch“ als Cádiz
Die größte Stadt der Provinz Cádiz (rund 210.000 Einwohner) ist im Gegensatz zur inzwischen sehr touristisch geprägte Provinzhauptstadt Cadiz eine lebendige Stadt mit einem schönen Ortskern. Bekannt ist „Jerez de la Frontera“, so der offizielle Name, mehr für seinen berühmten Sherry als für spektakuläre Sehenswürdigkeiten. Zu entdecken gibt es als Besucher dennoch sehr viel und wir wären auch gern länger in der viel Charme ausstrahlenden Stadt geblieben.
Immerhin ist die Königlich-Andalusische Reitschule von Jerez nicht nur bei Pferdefreunden weltweit bekannt.
Kämpfe zwischen Mauren und Christen
Der Namenszusatz „de la Frontera“ für Orte ist bei unserer Reise durch die Region um Jerez sehr häufig aufgetreten. Mit dem Zusatz „an der Grenze“ wird seit dem Mittelalter auf die Kämpfe zwischen Christen und Mauren hingewiesen. Viele Hinweise auf diese Kämpfe sind mir auch seit meinen Wegen auf dem „Camino de Santiago“ bekannt.
Hauptgrund für unsere Übernachtung in Jerez war für uns neben dem Interesse an einem Besuch der Königlich-Andalusische Reitschule ein praktischer: Unser Rückflug nach Frankfurt vom nahe gelegenem Flughafen von Jerez startete sehr zeitig. Bei einer nächsten Backpacker Tour werden wir aber erwägen, nach Jerez zurück zu kommen.
Semana Santa in Jerez
Gelebte Tradition mit 44 Bruderschaften
Wie im gesamten Spanien beginnen die Prozessionen zum Osterfest am Palmsonntag in der Karwoche und enden (meist) eine Woche später am Ostersonntag. Dabei gilt der Karfreitag (Viernes Santo) als wichtigster Tag zu Ostern und ist auch ein gesetzlicher Feiertag in ganz Spanien.
Für die Spanier ist Ostern noch wichtiger als Weihnachten. Während Weihnachten (Navidad) eher im familiären Kreis gefeiert wird, ist die „Heilige Woche“ (Semana Santa) ein großartiges, öffentliches und gemeinsam erlebtes Ereignis. Nach Eindrücken und Gesprächen in Spanien konnte ich feststellen, dass gerade in der Karwoche traditionelle Einstellungen und religiöse Ansichten eine wichtige Rolle in der Bevölkerung, zumindest in Andalusien, spielt. Und dies geschieht unabhängig von kirchenpolitischen Einstellungen.
„Erste Reihe“
Wer nicht Karten für einen Platz in den vielen Logen im Zentrum kaufen möchte und sogar „hautnah“ das monumentale Ereignis verfolgen will, der kann an der Rezeption im Hotel oder im Touristen-Büro nach den Plänen (Itinerario) für die Prozessionen fragen.
„Hautnah“
Wer gern sich an den Orten befinden, wo auch die Einheimischen sind, sollte sich über den Plan eine günstig gelegene Prozession auszusuchen und anschauen. Je entfernter von der Kathedrale, desto besser. Allerdings gibt es dann auch nur eine Prozession und nicht mehrere!
„Gänsehaut“
Da alle Prozessionen an der Kathedrale vorbei geführt werden, ist der Andrang inklusive vielen Logenplätzen sehr hoch. Je näher die Prozession sich im Bereich der heimatlichen Kirche sich befindet, desto atemberaubender ist das Erlebnis. Es lohnt sich! Versprochen 😎











